Karings Berg bzw. Schumanns Berg
Durch den Ausbau der Eisenbahnstrecke Plauen – Reichenbach erhielt Jößnitz 1903 einen Haltepunkt. Außerdem baute man eine Autostraße nach Plauen. Das Dorf mit vorwiegend bäuerlichen Anwesen entwickelte sich durch den Verkauf/Zwangsversteigerung von Flächen des Rittergutes zu einem Ort mit ausgedehnten Siedlungen; Handwerker und Firmen siedelten sich an. Neben dem eigentlichen Dorf entstanden das Bahnhofsviertel, die Obere und Untere Siedlung als ausgesprochene Wohngebiete. Fabrikanten aus Plauen nutzten die schöne Umgebung und bauten großzügige Willen. Gewerbetreibende, Ärzte, Beamte, Angestellte und Arbeiter der zahlreichen Firmen in Plauen. Sie nutzten morgens den Zug zur Arbeit und abends wieder zurück.
Nun mussten auch die Straßen im Ort verbessert und vor allem verbreitert werden.
Die Bahnhofstraße von Sörgels Gasthof bis zum Gartengrundstück Mißbach wurde 1927/28 ausgebaut und als Hauptstraße der Gemeinde wesentlich verbessert.
Im Jahre 1934 wurde die sehr enge und gefährliche Kurve an der Bahnhofstraße „Karings Berg“ oder „Schumanns Berg“ ausgebaut und ganz bedeutend verbreitert, wobei eine große Stützmauer an dem Grundstück Schneider und der Bau eines Hintergebäudes auf dem Grundstück Eckert erforderlich wurden. Die bisherige Straße war so schmal, das die bisherigen Stall- und Schuppengebäude auf diesem Grundstück mussten abgerissen und auf Kosten der Gemeinde weiter nach hinten gebaut werden. Das Baumaterial zum Straßenbau wurde von Popp's Steinbruch bezogen (siehe Protokoll vom 26.02.1902 Bürgermeister Karing.
In den Jahren 1930 bis 1938 wurden die gesamte Hauptstraße von der Flurgrenze am Stadtwald – Reißiger Straße bis zur Flurgrenze Jößnitz-Steinsdorf ausgebaut. Es folgte der Ausbau der Plauenschen, der Wilhelm-Külz- und der Wolfgang-Goethe-Straße, der Wagner und Schumannstraße. 1936 wurde der schmale Fußweg entlang der Bahnlinie nach Plauen zu einer richtigen Straße ausgebaut. Jößnitz war jetzt von jeder Seite her gut erreichbar.
Straße Nr. 8 von Haselbrunn nach Jößnitz wurde mit Hilfe des freiwilligen Arbeitsdienstes 1933 geplant, genehmigt 13.01.1936 und war die Notstandsarbeit im Rahmen des Winterarbeitsbeschaffungsprogramms 1935/36.