Badehäuschen Jößnitz

Badehäuschen im Schlosspark Jößnitz

Im Schlosspark unterhalb des Schlosses Jößnitz befand sich auf einer Insel im Schlossteich bereits früher ein Badehaus der Rittergutsbesitzer.

Mit der Erschließung des sogenannten Bahnhofviertels ab 1903 entstanden nach und nach Wohn- und Gartengrundstücke. Typisch für diese Zeit des Jugendstils ließen sich die Besitzer kleine Gartenhäuschen errichten – eines davon ist das heutige „Badehaus“. Dieses Häuschen wurde, bevor es an seinen heutigen Standort gelangte, vielseitig genutzt.

Zur Zeit der Parkgestaltung gehörten neben dem Teich auch weitere Einrichtungen wie ein Tennisplatz auf dem benachbarten Grundstück „Greiners Garten“ sowie verschiedene Parkbauten zur Anlage. Das Badehäuschen diente der privaten Nutzung der Gutsherren und ihrer Gäste und bot Gelegenheit zum Baden sowie zum Aufenthalt in landschaftlich reizvoller Umgebung. Es ist ein typisches Beispiel der gehobenen Garten- und Freizeitkultur jener Zeit.

Zunächst stand es im Alten Dorf neben dem Schießplatz (heute Bauhof), später hinter der Turnhalle, wo es über viele Jahre von den Fußballern der SG Jößnitz als Umkleide genutzt wurde. Nach dem Bau der Turnhalle diente es als Geräteschuppen. Schließlich wurde es vernachlässigt und dem Verfall preisgegeben. Mit dem Neubau der Kegelbahn sollte das Gebäude schließlich beseitigt werden.

Die damalige Bürgermeisterin berichtete ihrem Sohn Aick Müller davon. Dieser sicherte das Häuschen kurzfristig baulich und ließ es in die Talstraße auf den Gemeindebauplatz umsetzen.

Nach Jahren des Verfalls wurde das Badehäuschen durch den damaligen Förderverein Schloß Jößnitz e. V. (heute „Wir für Jößnitz e. V.“) vor dem endgültigen Verlust bewahrt. Mit Unterstützung einer örtlichen Baufirma wurde es im Jahre 2000 an seinen heutigen Standort im Park umgesetzt und anschließend originalgetreu nach historischem Vorbild restauriert und saniert.

In seiner heutigen Form vermittelt das Badehäuschen einen Eindruck von der einstigen Nutzung als Gartenhaus in der sogenannten „Gartensiedlung“ von Jößnitz und ist als kleines, aber bedeutendes Zeugnis der Ortsgeschichte erhalten geblieben.

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